Aus der Wüste bringt Jesus Karft mit

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Im Moment ist unser Leben abstandsorientiert und alles andere als „komma bei mich bei“. Denn „komma bei mich bei“ bedeutet womöglich krank zu werden, sehr krank sogar. Auch in Deutschland sind bereits Menschen am Corona-Virus gestorben.

Also Abstand halten, sagen alle, ist jetzt das einzige und beste Mittel. Und tatsächlich, Abstand halten ist gut, verhindert Infektionen oder Auffahrunfälle, bringt Streithähne auseinander. Es sorgt für Ruhe, schafft Selbstklarheit, gibt Kraft, Hoffnung und Konzentration.

Jesus ist auch auf Abstand gegangen. Ganz bewusst. Er war vierzig Tage und Nächte in der Wüste, hat gebetet und gefastet. Und danach war er auch immer wieder mal weg, um sich selbst zu finden, Kontakt mit Gott zu suchen, Ruhe, neue Kraft. Denn sonst wäre er wahrscheinlich krank geworden, hätte sein anstrengendes Leben niemals durchgehalten.

 

Vielleicht ist das ja eine Möglichkeit, wenn man jetzt in häuslicher Quarantäne ist oder im Krankenhaus liegt, diesen verordneten Abstand besser auszuhalten. Ich nehme mich und mein Leben wieder einmal bewusster wahr. Vielleicht auch Gott? Abstand empfinde ich als Ruhe. Sie gibt mir Kraft und einen Hoffnungsschimmer, was mich und mein Leben erhält und mir zuträglich ist im Leben wie im Sterben.

Von zu Hause aus

Ihr Pfarrer

Matthias Hoffmann